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Stand: 22.03.2016

Pressemitteilung

"Ich habe immer gerne gearbeitet und Ideen vorangetrieben"

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich 32 Jahre in derselben Einrichtung arbeiten würde. Aber es gab immer wieder neue Impulse, es wurde Neues geschaffen – deshalb gab es nie einen Grund zu wechseln“. Das sagt Christine Stadler, die Leiterin des Caritas-Förderzentrums St. Johannes und St. Michael mit Max-Hochrein-Haus in Ludwigshafen. Am 17. Mai 2016 wird sie in den Ruhestand verabschiedet. Ihren Nachfolger, Michael Röser, führt sie seit 1. April in seine neue Aufgabe ein.


Christine Stadler hat 32 Jahre lang die Veränderungen in der Arbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen beruflich mitgestaltet.

Gemeinsam mit einem kleinen Team hat Christine Stadler im heutigen Caritas-Förderzentrum St. Johannes nach ihrer Ausbildung als Ergotherapeutin begonnen. Einige Monate zuvor war die Einrichtung in der Kaiser-Wilhelm-Straße umgewidmet worden vom Haus der Jugendhilfe zu einem Haus für psychisch kranke Menschen. Das war 1984. Seither hat sich viel verändert. Heute betreut St. Johannes 180 Menschen. Die 66 Heimbewohner kennt Christine Stadler alle und auch die meisten Besucher der Tagestätte. Über 100 Mitarbeiter gehören zu ihrer Einrichtung, und auch sie sind der Leiterin alle bekannt, „denn die meisten sind ja schon viele Jahre dabei, vor allem im Leitungsteam seit mindestens Beginn der 90er Jahre“.

„Zu erleben, dass Menschen, die Unterstützung brauchen, sich entwickeln können, und dass wir die Möglichkeit haben, auf ihre sich verändernden Bedarfe einzugehen, das war mir immer wichtig“, sagt Christine Stadler im Rückblick. Dazu zählen für sie unter anderem die Schaffung von Plätzen in der Tagesstätte, dezentrale Wohnplätze in Wohnungen in Ludwigshafen und auch die Einführung des „persönlichen Budgets“, das es Menschen mit psychischen Erkrankungen ermöglicht, sich ihre Unterstützungsleistung selbst einzukaufen. Neue Impulse aus der Sozialpsychiatrie hat sie immer gerne in die Arbeit einfließen lassen.

Wichtig war ihr Teamarbeit, und zwar durchaus im Sinne von Delegieren und Verantwortung teilen und abgeben. „Ich war offen für Vorschläge und habe meinen  Mitarbeitern Freiraum gelassen, auch wenn ich manchmal Bedenken hatte.“ Und wenn etwas nicht ging, dann wurden eben alternative Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, war angesichts von Veränderungen nie ganz leicht – und ihr immer besonders wichtig.

Ein großer Einschnitt in der Arbeit waren die beiden Fusionen von St. Johannes mit dem Max-Hochrein-Haus sowie mit dem Caritas-Förderzentrum St. Michael, einer Einrichtung für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. „Die Serviceleistungen für St. Michael waren  schon vorher durch St. Johannes erbracht worden und mit dem Max-Hochrein-Haus, das niedrigschwellige Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen anbietet, gab es auch schon Zusammenarbeit“, erinnert sich Stadler. „Diese beiden Einrichtungen zu fusionieren war eine strategische Entscheidung des Caritasverbandes für die Diözese Speyer. Wie immer bei Fusionen war dies eine Herausforderung für alle Beteiligten.“ Als wichtigen Aspekt der Fusion nennt sie  die konzeptionelle Neuausrichtung.

Künftig wird es aber auch inhaltlich ganz große Berührungspunkte zwischen St. Johannes und St. Michael geben. Denn das ist der zweite wichtige Einschnitt: Der Umzug von St. Johannes aus der Innenstadt in den Stadtteil Friesenheim, in das ehemalige Caritas-Altenzentrum St. Franziskus. In der Innenstadt wird der Altbau komplett abgerissen. In dem Neubau werden beide Förderzentren unterkommen und dann beispielsweise bestimmte Funktionsräume gemeinsam nutzen. Für beide Kundenkreise wird es dann leichter, Teilhabe am Leben zu erhalten.

„Ich habe immer gerne gearbeitet und Ideen vorangetrieben“, sagt Christine Stadler zum Abschluss ihrer Berufstätigkeit. Untätig wird sie auch künftig nicht sein: „Demnächst fahre ich mit dem Heißluftballon über die Alpen“, kündigt sie lachend an, und außerdem will sie sich um einen schönen Wohnraum mit Garten – „der Lebensphase entsprechend“ - kümmern.

Text und Bild: Caritasverband für die Diözese Speyer / Brigitte Deiters

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer
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